{"id":278,"date":"2015-01-19T23:10:39","date_gmt":"2015-01-19T21:10:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=278"},"modified":"2015-01-19T23:12:09","modified_gmt":"2015-01-19T21:12:09","slug":"lesotho-bike-tour-20142015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=278","title":{"rendered":"Lesotho Bike-Tour 2014\/2015"},"content":{"rendered":"<p><em>Reisebericht &#8211;\u00a0vom 19.12.2014 bis 2.1.2015 mit <a title=\"Webseite Swiss Bike Tours\" href=\"http:\/\/www.swiss-bike-tours.ch\">Swiss Bike Tours<\/a> und dem <a title=\"Facebook Lesotho Sky\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/LesothoSky\">Sky-Event-Team<\/a> in Lesotho (#MountainBikeKingdom)<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><b>Tag 1<\/b><\/p>\n<p>Der Anflug auf Maseru gibt einen ersten Eindruck, was uns Bike-m\u00e4ssig erwartet in Lesotho. Maseru ist umgeben von Tafelbergen. Der relative weiche Sandstein dieser Tafeln erodiert leicht. Dies f\u00fchrt dazu, dass die Flanken dieser Tafeln typischerweise ein rechtes Gef\u00e4lle aufweisen. Mit anderen Worten: uns erwarten ruppige Ausfl\u00fcge ins Gel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Am Flughafen in Maseru erwartet uns vorerst Kananelo. Er begleitet uns durch die Zollabfertigung und f\u00e4hrt uns danach zur Homebase des Sky-Event-Teams. Das Sky-Event-Team besteht neben Kananelo aus Chris und Darol. Diese f\u00fchren seit 2011 das Lesotho-Sky-Rennen durch. Dass sie mit Bikes umgehen k\u00f6nnen, k\u00f6nnen wir auch an ihrer Hilfe beim Bike-Zusammensetzen erkennen. Rasch sind unsere Bikes fahrbereit. Bevor wir die erste Tour unternehmen, wollen wir allerdings unseren K\u00f6rper in aller Ruhe in Lesotho ankommen lassen, d.h. bei einem ausgezeichneten Abendessen im Restaurant Piri-Piri und einer geruhsamen Nacht im Lesotho-Sun-Hotel.<\/p>\n<p><b>Tag 2<\/b><\/p>\n<p>Kananelo empf\u00e4ngt uns mit besorgter Miene. Darol hatte am Vorabend auf der Heimfahrt einen Velounfall und ist mit einem gebrochenen Schl\u00fcsselbein nicht mehr einsatzf\u00e4hig. Darols Ausfall bedeutet eine st\u00e4rkere Arbeitsbelastung f\u00fcr Chris und Kananelo. F\u00fcr die Tour \u00e4ndert sich wenig. Wir machen uns mit einer kurzen Schleife (17 km) um zwei Tafelberge in Maseru mit den Bike-technischen Eigenheiten in Lesotho vertraut.<\/p>\n<p>Maseru ist mit mehr als 200\u2018000 Einwohnern mit Abstand die gr\u00f6sste Stadt Lesothos. F\u00fcr europ\u00e4ische Augen macht Maseru keinen urbanen Eindruck. Mehrst\u00f6ckige Geb\u00e4ude sind \u00e4usserst selten, ebenso ein geschlossenes Strassenbild. Der gr\u00f6sste Teil der H\u00e4user sind ebenerdige Backsteingeb\u00e4ude, welche mit Wellblech oder in nobleren F\u00e4llen mit Ziegelsteinen bedeckt sind. Die H\u00e4user sind mit Schotterstrassen verbunden, nur ein kleiner Teil des Strassennetzes in Maseru ist asphaltiert. So macht uns Maseru eher den Anschein einer riesengrossen Streusiedlung als den einer Hauptstadt.<\/p>\n<p>Schotterstrassen sind unbefestigte Strassen. Was das f\u00fcr die Fahrbahn bedeutet, vor allem, wenn sie sich in Hanglage befindet und teilweise heftigen Regenf\u00e4llen ausgesetzt ist, bekommen wir schnell zu sp\u00fcren. Eine Schotterstrasse kann nahtlos in einen Singletrail \u00fcbergehen. Die Strasse ist dann wild zerfurcht und mit grossen Schottersteinen \u00fcbers\u00e4t. Dass wir solche Strassenverh\u00e4ltnisse mitten in Lesothos gr\u00f6sster Stadt antreffen, wirkt ungewohnt auf uns.<\/p>\n<p>Einen Singletrail gleichsam vor der Zimmert\u00fcr zu haben, ist nat\u00fcrlich angenehm f\u00fcr eine Bikereise. Dass eine Biketour mitten in einer Stadt spezielle Fallgruben aufweist, musste Beni aus unserer Gruppe auf schmerzhafte Weiser erfahren. Nach etwa zwei Dritteln der Tour kommt er mit schmerzverzerrten Gesicht angefahren. Unter einem Zaun hing eine Drahtschlaufe in die Fahrspur, in welche er beim Vorbeifahren mit seiner Pedale so ungl\u00fccklich einschlaufte, dass es ihn kopf\u00fcber auf die Schulter warf. Die Zerrung, die er sich beim Sturz zuzieht, bedeutet f\u00fcr ihn, dass er das Bike f\u00fcr eine Weile auf den Anh\u00e4nger stellt. Immerhin vermag er dank Schmerzmitteln den Reste der Lesotho-Reise im Beiwagen mitzufahren. Gl\u00fccklicherweise wird dies der letzte Sturz mit ernsthaften Folgen auf dieser Reise sein.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag fahren wir mit allem Gep\u00e4ck in die Maliba-Lodge.<\/p>\n<p><b>Tag 3<\/b><\/p>\n<p>Die Maliba-Lodge liegt etwa 150 km nord\u00f6stlich von Maseru. Die Lodge legt Wert auf Qualit\u00e4t und Nachhaltigkeit, was Sinn macht, da sie sich in einem Nationalpark befindet. Die Maliba-Lodge wird mit ihren Ambitionen auch europ\u00e4ischen Anspr\u00fcchen gerecht.<\/p>\n<p>Unsere 33 km Tour liegt ausserhalb des Nationalparks. Vom Sky-Event-Team hat bisher nur Darol diese Tour gefahren. Er ist der Trail-Sp\u00fcrhund des Teams, seine Leidenschaft ist es, neue Strecken f\u00fcr Bike-Abenteuer auszukundschaften. Da er nun ausf\u00e4llt, muss Kananelo die Gruppe f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Tour f\u00fchrt uns vorbei an kleinen D\u00f6rfern mit den strohgedeckten Rundh\u00e4user. Diese sehen malerisch aus, f\u00fcr die Bewohner bieten sie wahrscheinlich nicht viel Komfort.<\/p>\n<p>Wir fahren bei strahlenden Sonnenschein und, da \u00fcber 2000 M\u00fcM, bei angenehmen Temperaturen. Wir m\u00fcssen uns immer noch an die Verh\u00e4ltnisse gew\u00f6hnen, was wir mit einigen St\u00fcrzen auch per Bodenkontakt hinter uns bringen. Erfreulicherweise haben diese St\u00fcrze ausser Prellungen und Sch\u00fcrfungen keine gravierenden Folgen.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag sind wird zur\u00fcck bei der Lodge und essen unseren Lunch beim Rockpool der Lodge. Das Geschiebe des Flusses, der an der Lodge vorbeif\u00fchrt, wurde zu einem kleinen Becken aufgesch\u00fcttet. Im wunderbar klaren Wasser erholen wir uns und geniessen den Winternachmittag unter der afrikanischen Sonne.<\/p>\n<p><b>Tag 4<\/b><\/p>\n<p>Die heutige Tour f\u00fchrt von der Maliba- zur Outward-Bound-Lodge. Die Tour \u00fcber 60 km bietet wieder das abwechslungsreiche Spiel zwischen Asphaltstrassen, Schotterwegen und Singletrails. Die Qualit\u00e4t der Strasse geht oft mitten in einem Dorf von einem Weg, den wir gem\u00fctlich nebeneinander fahren k\u00f6nnen, in eine coupierte Strecke \u00fcber, die volle Konzentration verlangt, wollen wir nicht vor den Augen der neugierigen Dorfbev\u00f6lkerung auf dem Boden landen. Bisweilen stockt uns der Atem \u00fcber das archaische Landschaftsbild, die sich uns bietet. Bei einer Traverse \u00fcber ein Hochplateau sehen wir eine Schluchtenlandschaft, welche an den Grand Canyon im Geburtszustand erinnert. Die Gew\u00e4sser haben sich in den weichen Tafelboden eingegraben, so dass ein bizarrer Riss die Tafel durchschneidet.<\/p>\n<p>Der heutige Zielort wurde von der Organisation \u201eOutward Bound\u201c in den 60er-Jahren gebaut. Outward Bound bietet Kurzschulen an und orientiert sich ideell an der Reformp\u00e4dagogik. Die Outward-Bound-Organisation hat allerdings den Ort in der Zwischenzeit verlassen. Die Anlage wird nun als Loge und f\u00fcr Seminaranl\u00e4sse genutzt. Die Geb\u00e4ude machen einen heruntergekommenen Eindruck. Das Essen, das uns angeboten wird, ist allerdings ausgezeichnet.<\/p>\n<p><b>Tag 5<\/b><\/p>\n<p>Die Strecke von Outward Bound nach Thaba Bosiu ist mit 92 km und 2100 H\u00f6henmetern die h\u00e4rteste auf der ganzen Tour. In weiser Voraussicht haben die Tourorganisatoren zwei Ausstiegspunkte eingebaut, die von der H\u00e4lfte der Gruppe denn auch genutzt werden. Zum Leidwesen Kananelos halten aber Doris und Beat bis zum Schluss durch. F\u00fcr den Guide heisst das: in den sauren Apfel beissen und die Tagestour auf dem Bike zu Ende fahren.<\/p>\n<p>Die Tour heute f\u00fchrt zum Cultural Village Thaba Bosiu. Das vom Tourismusministerium betriebene Kulturdorf befindet sich am Fuss des Nationaldenkmals Thaba Bosiu, etwa 20 km \u00f6stlich von Maseru. Die Anlage ist erst seit einigen Monaten in Betrieb und macht noch einen sterilen Eindruck. Die Chalets, die wir bewohnen, sind allerdings sehr ger\u00e4umig und stilvoll eingerichtet. Genau richtig zum Ausruhen nach der anstrengenden Tagestour.<\/p>\n<p><b>Tag 6 &#8211; <\/b>Ruhetag<\/p>\n<p>Am Morgen f\u00fchrt uns ein F\u00fchrer des Kulturdorfs auf die nationale Gedenkst\u00e4tte Thaba Bosiu. Dieser Tafelberg ragt rund 100 m \u00fcber die Ebene und kann nur \u00fcber sieben Zug\u00e4ngen einigermassen bequem erreicht werden. Er bildet somit eine nat\u00fcrliche Festung. Diesen Umstand nutzte Moshoeshoe, der Gr\u00fcnder der Basotho Nation, um sich vor Angriffen (um 1830) von feindliche Bantust\u00e4mmen sowie den Buren zu sch\u00fctzen. Der Tafelberg bot f\u00fcr ca. 3000 Personen und deren Vieh Platz. Der F\u00fchrer zeigt uns das Haus, in welchem Moshoeshoe gelebt hatte. Auf dem Berg befinden sich zudem die Grabst\u00e4tten von Lesothos K\u00f6nigen seit Moshoeshoe sowie von deren besten Kriegern.<\/p>\n<p>Am Nachmittag f\u00e4hrt uns Chris zu einem Badeausflug zum Metolong-Stausee. Der Bau des Damms befindet sich in der Endphase und der See f\u00fcllt sich langsam. Der Stausee wird die Wasserversorgung von Maseru und anderen St\u00e4dten in der Region sicherstellen.<\/p>\n<p><b>Tag 7<\/b><\/p>\n<p>Lesotho ist ein armes Land. Erstaunlicherweise ist die Alphabetisierungsrate mit 85% \u00fcber dem Durchschnitt Schwarzafrikas. Das weist auf ein gut organisiertes Bildungssystem hin. Der Zielort der heutigen Biketour ist Roma, die Universit\u00e4tsstadt Lesothos und damit das Zentrum der Bildung dieses Landes. Roma bekam seinen Namen, weil es im 19. Jh. als katholische Missionsstation gegr\u00fcndet worden ist. Dass gerade Roma, obwohl nur etwa 8000 Einwohner gross, eine Universit\u00e4tsstadt ist, hat mit dieser katholischen Geschichte zu tun. Ursprung der Universit\u00e4t war ein katholisches College, welches 1945 gegr\u00fcndet wurde.<\/p>\n<p>Die Biketour hat mit 55 km wieder eine ertr\u00e4gliche L\u00e4nge. An diesem Tag f\u00fchrt sie \u00fcber eines der wenigen technisch imposanten Bauwerke in Lesotho, der Metolong-Br\u00fccke. Diese spannt sich mit 230 m L\u00e4nge \u00fcber den neuen Stausee. Das Besondere an dieser Br\u00fccke ist, dass sie eine H\u00e4ngebr\u00fccke ist, deren H\u00e4ngeseile in der Fahrbahn integriert sind. Die Tragkraft dieser Konstruktion ist beschr\u00e4nkt, f\u00fcr Fussg\u00e4nger und Velofahrer gen\u00fcgt sie allerdings und erspart uns den Umweg entlang den Ufern des neuen Sees.<\/p>\n<p>Trotzdem sind wir bei der Ankunft am Zielort m\u00fcde. Auf einigen Streckenteilen mussten wir das Velo die Steigung hinauftragen. Wenn die Steigung einen gewissen Winkel \u00fcbersteigt und der Pfad von Ger\u00f6llbrocken \u00fcbers\u00e4t ist, ist es oft am einfachsten, die Strecke mit dem Velo auf dem R\u00fccken zu meistern. Auf die Dauer macht sich das in den Beinen bemerkbar.<\/p>\n<p>Am Zielort hat Chris eine schlechte Nachricht f\u00fcr uns. Die Trading-Post-Lodge in Roma ist nach Weihnachten immer von einem Stammgast ausgebucht. Ungl\u00fccklicherweise wurde dieser Sachverhalt den Tourorganisatoren nicht ausgerichtet, als sie die Zimmer reservierten. Gl\u00fccklicherweise geh\u00f6rt die Lodge vom n\u00e4chsten Ort zur gleichen Organisation. Deshalb bietet uns Chris folgenden Plan an: wir lassen unsere Bikes f\u00fcr diesen Abend in Roma und fahren im Kleinbus in die Trading-Post-Lodge von Ramabanta. Im Auto ist das eine Fahrt von ca. 30 Min. Am n\u00e4chsten Morgen kommen wir im Auto zur\u00fcck und fahren unsere Biketour wie geplant weiter.<\/p>\n<p>Diese improvisierte \u00c4nderung funktioniert wunderbar. Ausserdem lohnt die Ramabanta-Lodge jeden Tag, welchen man zus\u00e4tzlich in ihr verweilt.<\/p>\n<p><b>Tag 8<\/b><\/p>\n<p>Nach dem Transport per Auto zur\u00fcck nach Roma starten wir die Tagestour von Roma nach Ramabanta. Die Tour f\u00fchrt teilweise \u00fcber die Route des Lesotho-Sky-Rennens. Kananelo zeigt uns, wo die Rennstrecke von unserer Route abweicht, z.B. beim Bushmen\u2019s-Pass. Dieser f\u00fchrt praktisch in Falllinie den Berg hinauf, und dieser Berg hat eine imposante H\u00f6he und ebenso imposant ist die Steigung seiner Flanke. Ich bin froh, dass unsere Reiseroute ferientauglicher ausgelegt ist.<\/p>\n<p>Ebenfalls umfahren werden die Titty-Mountains. Lesothos Berge nehmen teilweise skurrile Formen an, welche zu phantasievollen Bezeichnungen einladen. In diesem Fall geht es um zwei elegant geschwungene und sch\u00f6n geschm\u00fcckte Bergspitzen, die das Bild von Frauenbr\u00fcsten durchaus nahelegen. Weniger anregend, daf\u00fcr umso schweisstreibender ist der Pass, den wir kurz vor dem Zielort Ramabanta zu \u00fcberwinden haben.<\/p>\n<p><b>Tag 9<\/b> \u2013 Ruhetag<\/p>\n<p>An diesem Tag erleben wir das erste Mal einen verhangenen Tag auf unserer Lesotho-Reise. Wir lassen die Bikes in Ramabanta und fahren mit dem Auto nach Semonkong.<\/p>\n<p>Semonkong ist ein kleiner Ort, der wegen seinen Warenh\u00e4usern einen gesch\u00e4ftigen Eindruck hinterl\u00e4sst. Die Bewohner aus den umliegenden Bergen kommen mit ihren Pferden her geritten, um gr\u00f6ssere Eink\u00e4ufe zu machen. In den Strassen verkehren Pferde und Reiter, vor den Schuppen stehen Pferde angeleint und wir w\u00e4hnen uns in einen Film \u00fcber den Wilden Westen zur\u00fcckversetzt.<\/p>\n<p>Die Lodge in Semonkong bietet ein breites touristisches Angebot. Neben Esel- und Pferde-Ausritten wird Abseilen \u00fcber die gr\u00f6sste Abseilstrecke weltweit angeboten. Drei Teilnehmer unserer Gruppe lassen sich vom Abseilen begeistern. Das Abseiltraining heute entf\u00e4llt allerdings, weil der Trainingsfels neben der Lodge zu glitschig ist. Stattdessen lassen wir uns von einer Angestellten der Lodge die Eigenheiten der Basotho-Decken erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p><b>Tag 10<\/b> \u2013 Abseilen<\/p>\n<p>Das Wetter ist wieder ausgezeichnet und Abseilen ist m\u00f6glich. Die Abseilwilligen m\u00fcssen fr\u00fch aufstehen, denn vor dem Morgenessen muss das Abseiltraining absolviert werden. Die Abseilhelfer arbeiten routiniert und exakt, die ersten Schrecksekunden \u00fcber dem Abgrund sind schnell \u00fcberwunden.<\/p>\n<p>Nach dem Morgenessen f\u00e4hrt die ganze Gruppe etwa 30 Min. zur Abseilstrecke neben dem Maletsunyane-Wasserfall. Dieser Wasserfall bietet mit 196 m der gr\u00f6sste freie Fall im s\u00fcdlichen Afrika. Wie so oft in Lesotho tut sich die Schlucht, in welche sich der Fluss st\u00fcrzt, unvermittelt vor den F\u00fcssen auf, als ob ein Riesenbeil die Hochebene aufgespaltet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das Abseilen neben dem Wasserfall geht nach dem Training am fr\u00fchen Morgen ganz routiniert. Das Gleiten \u00fcber die 204 m, von oberhalb des Wasserfalls in dessen Gischt, dauert etwa 10 Minuten.<\/p>\n<p>Am Abend sind wir zur\u00fcck in der Ramabanta-Lodge.<\/p>\n<p><b>Tag 11<\/b><\/p>\n<p>An diesem Tag haben wir einen zus\u00e4tzlichen Gast in unserer Bikegruppe. Alex, der Manager der Lodge, ist mit Chris vom Sky-Event-Team (und weiteren G\u00e4sten) eine Wette eingegangen. Das Sky-Event-Team hat einen Container voll Bikes bekommen. Falls es Alex schafft, die heutige Tour mit der Gruppe zu beenden, bekommt er acht der Bikes, damit er in seiner Lodge ein Bikeangebot aufbauen kann.<\/p>\n<p>Bis auf den letzten Kilometer verl\u00e4uft die heutige Tour ausschliesslich auf unbefestigten Wegen. Mit 42 km ist sie nicht allzu lang, doch die Streckenbedingungen lassen kein z\u00fcgiges Fahren zu. Fast in jedem Teil werden hohe Anspr\u00fcche gestellt, anf\u00e4nglich vor allem an die Fahrtechnik, je l\u00e4nger der Tag dauert auch an die Kondition. Alex ist kein routinierter Biker und muss sichtlich k\u00e4mpfen. Gegen Ende muss er die Gruppe ziehen lassen. Doch er ist ein harter Knochen und kann f\u00fcr seine Lodge die Wette gewinnen.<\/p>\n<p><b>Tag 12<\/b><\/p>\n<p>Heute verlassen wir die Ramabanta-Lodge. Die Tour \u00fcber 57 km f\u00fchrt nach Morija.<\/p>\n<p>Am Zielort besuchen wir noch in unseren Bikekleidern das aktuell einzige Museum Lesothos. Die Museums-F\u00fchrerin berichtet uns engagiert und theatralisch \u00fcber: Meteoriten-Einschlag \u00a0&#8211; Dinosauriere &#8211; Edelsteine &#8211; Geschichte der Ethnie der Basothen und deren Vermischung mit den schon die Gegend besiedelnden Buschm\u00e4nnern &#8211; Fauna in Lesotho &#8211; Geschichte des K\u00f6nigtums in Lesotho.<\/p>\n<p>Nachdem wir unsere Unterkunft im G\u00e4stehaus in Morija bezogen haben, essen wir in der Pizzeria auf dem Museumsgel\u00e4nde.<\/p>\n<p><b>Tag 13<\/b><\/p>\n<p>In der Nacht wurden Chris und ich von einer Magenverstimmung geplagt. Geschw\u00e4cht vom h\u00e4ufigen Stuhlgang ziehe ich es vor, bis zum Mittagstreffen mit dem Auto mitzufahren.<\/p>\n<p>Die Verpflegung der Biker ist ausgezeichnet organisiert. F\u00fcr das Mittagessen wird jeweils ein Klapptisch aufgestellt, als Sitzgelegenheit stehen bequeme Klappst\u00fchle bereit. Gibt es keinen Schatten in der Umgebung, wird eine Zeltdecke aufgespannt. Zum Mittag bekommt jeder Teilnehmer eine Lunchbox, welche meist mit einem frisch zubereiteten Sandwich gef\u00fcllt ist. Am einen Tag gab es gar einen Pouletschenkel mit Reis. Dazu S\u00fcssgetr\u00e4nke oder Wasser aus der K\u00fchlbox.<\/p>\n<p>An diesem Tag m\u00fcssen wir allerdings lange auf die Bikergruppe warten. F\u00e4lschlicherweise hat Kananelo die GPS-Daten des Lesotho-Sky-Rennens bekommen statt die korrekten Etappendaten f\u00fcr unsere Amateurgruppe. Von der Distanz her w\u00e4re dies kein Problem gewesen. Wenn man sich aber kurz vor dem Ziel w\u00e4hnt und dann doch noch 10 km auf ruppigen Wegen fahren muss, dann kann es unvermittelt psychologisch werden.<\/p>\n<p>Die Fahrt am Nachmittag f\u00fchrt dann ohne ungeplante Zusatzschleifen ins Ziel. Der Weg zur Malealea-Lodge f\u00fchrt \u00fcber eine ruhig Landschaft an H\u00fcgelz\u00fcgen vorbei zu einem Pass, der Gates of Paradise heisst. Der weite Talkessel, der sich auf der Passh\u00f6he auftut, wird von stotzigen Bergen begrenzt. So hinterl\u00e4sst das Gebiet den Eindruck einer Landschaft, die in ihrer Abgeschiedenheit unber\u00fchrt geblieben scheint vom Gang der Welt.<\/p>\n<p><b>Tag 14<\/b><\/p>\n<p>Die Neujahrstour \u00fcber 25 km bietet uns lockeres Ausfahren.<\/p>\n<p>Die Malealea-Lodge hat einen guten Ruf in den Reisef\u00fchrern, entsprechend bunt ist die G\u00e4steschar. Die Lodge-Betreiber sind dauernd daran, das Angebot der Lodge auszubauen. Schon seit mehreren Jahren bieten sie auch Mountainbike-Touren an. Als Folge dieser Anstrengungen zahlt die Lodge die im Gebiet wohnenden Einheimischen, damit diese die Bike-Strecken pflegen. Ohne solchen Unterhalt kann ein Biketrail unter den klimatischen Bedingungen in Lesotho zuweilen die Form eines Bachbetts annehmen.<\/p>\n<p>Das Resultat dieses Engagements ist sp\u00fcrbar. Nur an einer Abfahrtsstrecke ist der Weg von Gesteinsbrocken so verstellt, dass wir absteigen und das Velo schieben.<\/p>\n<p><b>Tag 15<\/b><\/p>\n<p>Einpacken, mit dem Minibus zum Flughafen Maseru, Abschied von Kananelo und Chris und heim nach Z\u00fcrich.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\"><img decoding=\"async\" style=\"border-width: 0;\" alt=\"Creative Commons License\" src=\"https:\/\/i.creativecommons.org\/l\/by-nd\/4.0\/88x31.png\" \/><\/a><br \/>\n<span>This articleis <\/span>is licensed under a <a href=\"http:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-nd\/4.0\/\" rel=\"license\">Creative Commons Attribution-NoDerivatives 4.0 International License<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisebericht &#8211;\u00a0vom 19.12.2014 bis 2.1.2015 mit Swiss Bike Tours und dem Sky-Event-Team in Lesotho (#MountainBikeKingdom)<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,11,5],"tags":[],"class_list":["post-278","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","category-politik","category-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=278"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":280,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/278\/revisions\/280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=278"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=278"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=278"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}