{"id":3,"date":"2009-09-08T19:04:22","date_gmt":"2009-09-08T17:04:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=3"},"modified":"2009-09-08T19:04:22","modified_gmt":"2009-09-08T17:04:22","slug":"wettbewerb-ist-mehr-als-eine-ideologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=3","title":{"rendered":"Wettbewerb ist mehr als eine Ideologie"},"content":{"rendered":"<p><em>Die Frage, ob die Wirtschaft durch staatliche Interventionen oder vom Wettbewerbs-Prinzip geleitet werden soll, ist nur vordergr\u00fcndig eine ideologische Frage. Letztendlich geht es um den Wohlstand der Gesellschaft, wie eine Analyse des Zusammenhangs von Wettbewerb und Innovationsf\u00e4higkeit zeigt. Die Kernfrage dabei ist, auf welche Weise gute Leistung erkannt und belohnt wird.<\/em><\/p>\n<p><em><!--more--><\/em><\/p>\n<p>Die Welt mag unendlich sein, aus dem Blickwinkel eines Individuums ist sie begrenzt. Dies allein schon dadurch, dass die Lebensdauer begrenzt ist. Ein Individuum lebt demnach in einer Situation, welche durch vielf\u00e4ltige Knappheiten charakterisiert ist. Wir haben nicht unendlich viel Zeit, alle sich bietenden Optionen auszuw\u00e4hlen. Die Knappheitsbedingungen zwingen uns dazu, aus einem m\u00f6glicherweise unendlichen Angebot die jeweils besten Optionen auszuw\u00e4hlen. Ein Leben ohne Auswahl, ohne Selektion ist nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Knappheit bedingt Auswahl, und Auswahl f\u00fchrt zu Wettbewerb. Immer, wo sich eine Person einem Angebot gegen\u00fcbersieht, aus welchem sie eine Auswahl treffen muss, muss sie dieses Angebot bewerten, in eine Rangfolge bringen, um dann die beste Option ausw\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Die Wahl der Individuen wird von den Anbietern als Signal interpretiert, welches ausgewertet werden kann, um das Angebot so anzupassen, dass die Anbieter bei einem n\u00e4chsten Auswahlverfahren besser abschneiden. Auf diese Weise f\u00fchrt Knappheit \u00fcber Auswahl zwangsl\u00e4ufig zu Wettbewerb. Die Frage, ob wir Wettbewerb wollen oder nicht, ist also verfehlt. In einer Welt mit Knappheit gibt es immer Wettbewerb. Um so wichtiger wird deshalb die Frage, welchen Wettbewerb wir wollen.<\/p>\n<p>Eine naheliegende Antwort ist: der Wettbewerb soll so sein, dass der Wohlstand der Gesellschaft am meisten gef\u00f6rdert wird. Welcher Zusammenhang besteht nun zwischen Wettbewerb und Wohlstand und was verstehen wir \u00fcberhaupt unter gesellschaftlichem Wohlstand?<\/p>\n<p>Der Wohlstand einer Gesellschaft besteht nicht darin, ein fixes Ziel zu erreichen, z.B. eine Utopie zu realisieren, sondern darin, die Bed\u00fcrfnisse der Mitglieder der Gesellschaft zu erf\u00fcllen. Gesellschaftlicher Wohlstand bedingt immer individuelles Handeln: Eine Person A erzeugt etwas oder bietet etwas an, was den Bed\u00fcrfnissen einer Person B entspricht und von dieser nachgefragt und in der Folge konsumiert wird. Der Weg zwischen Produktion und Konsumption kann in einer modernen Gesellschaft recht lang sein, d.h. es ist eine ganze Kette von vermittelnden Instanzen dazwischen geschaltet. Immer aber gilt: Das produzierte Gut oder die angebotene Dienstleistung findet seine gesellschaftliche Erf\u00fcllung ausschliesslich im individuellen Konsum. Findet ein produziertes Gut keinen Abnehmer, so ist es nutzlos, verschwendet.<\/p>\n<p>Der gesellschaftliche Wohlstand steigt umso mehr, je besser die von den verschiedenen Anbietern hergestellten Produkte und Dienstleistungen den Bed\u00fcrfnissen der Menschen entsprechen und je gr\u00f6sser der Anteil des Angebots ist, das effektiv genutzt wird. Wenn wir gesellschaftlichen Wohlstand an der Befriedigung der individuellen Bed\u00fcrfnisse festmachen, so muss sich der Wettbewerb an den individuellen Bed\u00fcrfnissen orientieren, um wohlstandsf\u00f6rdernd zu sein. Dies gelingt am besten, wenn es die Individuen sind, welche ausw\u00e4hlen und auf diese Weise ihren Bed\u00fcrfnissen Ausdruck verleihen k\u00f6nnen, denn diese wissen \u00fcber ihre Bed\u00fcrfnisse am besten Bescheid. Eine staatliche Institution, mag sie noch so wohl meinend sein, hat nie die Kenntnisse \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der Individuen wie die Individuen selber. Ein System, welches den Individuen die Wahlm\u00f6glichkeit wegnimmt und diese Aufgabe statt dessen den staatlichen Institutionen \u00fcbertr\u00e4gt, wird den Anbietern immer verzerrte Signale \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der Individuen vermitteln.<\/p>\n<p>Damit die Individuen aber tats\u00e4chlich ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen, m\u00fcssen sie auch \u00fcber entsprechende Mittel verf\u00fcgen. Es n\u00fctzt einem Individuum nichts, wenn es zwar ein Bed\u00fcrfnis hat sowie eine Vorstellung, wie dieses Bed\u00fcrfnis befriedigt werden k\u00f6nnte, wenn ihm dann die Mittel fehlen, die zur Bed\u00fcrfnisbefriedigung ben\u00f6tigten Produkte und Dienstleistungen zu erwerben. Eine Person braucht verf\u00fcgbare Mittel, um ihre Bed\u00fcrfnisse als Nachfrage an einem Markt geltend zu machen.<\/p>\n<p>Die zweite Voraussetzung daf\u00fcr, dass eine Wahl stattfinden kann, ist, dass \u00fcberhaupt eine Auswahl besteht. Es muss ein Angebot vorhanden sein, und die angebotenen Produkte m\u00fcssen sich in irgendwelchen Merkmalen voneinander unterscheiden. Der heikle Punkt besteht aber darin, dass sich die Anbieter wirklich auf die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten ausrichten. Welche Anreize hat ein Anbieter, dies zu tun?<\/p>\n<p>Wird das Angebot von einem Monopolisten bestritten, so fehlt ein solcher Anreiz g\u00e4nzlich. Ein Monopolist kann ganz unabh\u00e4ngig von den Konsumentenbed\u00fcrfnissen seinen Ertrag optimieren. Erst in einer Konkurrenzsituation m\u00fcssen die Anbieter ein Angebot schaffen, das sich von demjenigen der Mitbewerber unterscheidet. Dies bedingt Innovation auf Seiten des Anbieters. Aber eine solche Innovation ist nur dann wohlstandsf\u00f6rdernd, wenn sie den Bed\u00fcrfnissen der Konsumierenden nachkommt. Wenn ein Anbieter andere Anreize hat, wenn er alternative Ertragsm\u00f6glichkeiten sieht, kann er die Konsumentenbed\u00fcrfnisse straflos ignorieren.<\/p>\n<p>Ein falscher Anreiz kann beispielsweise dann entstehen, wenn der Staat als Subventionsgeber aktiv wird. Damit ver\u00e4ndert sich das Anreizsystem der Anbieter. Statt sich um M\u00e4rkte und damit Konsumentenbed\u00fcrfnisse zu k\u00fcmmern, kann ein Anbieter seinen Erfindergeist dahingehend einsetzen, ein Angebot zu entwickeln, das am meisten Subventionen erh\u00e4lt. Auf diese Weise wird die Innovationsf\u00e4higkeit dieses Anbieters vom Subventionsmechanismus absorbiert, statt dass sie genutzt wird, um menschliche Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Zusammenhang von Wettbewerb und gesellschaftlichem Wohlstand l\u00e4sst sich somit wie folgt beantworten: Der Wohlstand einer Gesellschaft ist umso gr\u00f6sser, je mehr Bed\u00fcrfnisse sich die Gesellschaftsmitglieder erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Dies gelingt am besten, wenn die Konkurrenz den Bed\u00fcrfnissen der Menschen gilt, d.h. ein Kampf um die Aufmerksamkeit und den Zuspruch der Individuen darstellt. Die Menschen m\u00fcssen ausw\u00e4hlen k\u00f6nnen und das Resultat dieser vielen Auswahlverfahren muss als Signal m\u00f6glichst ungefiltert zu den Anbietern gelangen, um dort Innovationen auszul\u00f6sen. Ein Wettbewerb in dieser Form ist demnach Voraussetzung f\u00fcr gesellschaftlichen Wohlstand wie auch Ausdruck davon, dass die Gesellschaft die Bed\u00fcrfnisse der Individuen in den Mittelpunkt stellt.<\/p>\n<p>Wenn wir den politischen und wirtschaftlichen Bereich in modernen Gesellschaften anschauen, so k\u00f6nnen wir feststellen, dass in beiden Bereichen Wettbewerbsmechanismen deutlich feststellbar sind. Es lassen sich allerdings auch alternative Szenarien aufzeigen.<\/p>\n<p>In der sozialistischen Gesellschaft beispielsweise wurde der Wettbewerb in beiden Bereichen konsequent eliminiert. Der politische Bereich wurde durch die kommunistische Einheitspartei bestimmt, welche f\u00fcr die B\u00fcrger der Gesellschaft keine politischen Wahlm\u00f6glichkeiten vorsah. Der wirtschaftliche Bereich wurde durch die sozialistische Planwirtschaft abgedeckt, Privateigentum war verboten und somit waren auch keine M\u00e4rkte m\u00f6glich. Im sozialistischen Menschenbild brauchten die Individuen keine Wahl, sie hatten sich der Gesellschaft, die von einer sozialistischen Elite gef\u00fchrt wurde, unterzuordnen. Die Geschichte hat nachdr\u00fccklich gezeigt, wie kl\u00e4glich ein solches System an der Aufgabe scheitert, nachhaltig Wohlstand f\u00fcr die Gesellschaftsmitglieder zu schaffen.<\/p>\n<p>Eine andere Haltung bekennt sich zu Wettbewerb im politischen Bereich, agiert in wirtschaftlichen Belangen aber wettbewerbsfeindlich. Diese gespaltene Haltung gegen\u00fcber dem Wettbewerb kann als sozialdemokratisch bezeichnet werden. Sozialdemokratisches Handeln im wirtschaftlichen Bereich besteht allerdings nicht darin, Eigentum oder M\u00e4rkte per Gesetz zu verbieten. Eine sozialdemokratisch gepr\u00e4gte Wirtschaftspolitik kennt andere Mittel, um den Wettbewerb zu hemmen. Es kann vermutet werden, dass in vielen F\u00e4llen die Elimination von Wettbewerb nicht das prim\u00e4re Ziel sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik ist. Die negativen Auswirkungen einer solchen Wirtschaftspolitik auf den Wettbewerb werden allerdings billigend in Kauf genommen beziehungsweise als wenig relevant abgetan.<\/p>\n<p>Dies gilt beispielsweise f\u00fcr die sozialdemokratische Begeisterung f\u00fcr hohe Steuern. Mit Freude wird dargelegt, welche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten der Staat erh\u00e4lt, wenn er \u00fcber volle Kassen verf\u00fcgt. Welcher M\u00f6glichkeiten die Individuen durch diesen Mitteltransfer beraubt werden, wird allerdings verschwiegen. Wie oben ausgef\u00fchrt muss ein Individuum \u00fcber freies Einkommen verf\u00fcgen, damit es ein Bed\u00fcrfnis an einem Markt als Nachfrage anmelden kann. Je mehr aber vom gesamten Arbeitseinkommen auf Grund von Steuern und Abgaben an die Sozialversicherung wegfallen, desto geringer wird der f\u00fcr den freien Konsum verf\u00fcgbare Anteil. Und je kleiner dieser Konsumlohn ist, desto weniger Wettbewerb wird dadurch induziert. Es macht einen Unterschied, ob mein frei verf\u00fcgbares Einkommen nur f\u00fcr einen Buchkauf reicht, oder ob ich nach dem Buchkauf noch genug Geld habe, um ein gutes Essen in einem Restaurant zu geniessen. Je weniger die nachfragenden Individuen entscheiden k\u00f6nnen, desto schw\u00e4cher werden die Signale, welche die Produzenten \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten informieren.<\/p>\n<p>Ein anderes Wettbewerbshindernis entsteht dadurch, dass staatliche Institutionen als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen auf einem Markt t\u00e4tig werden. Dieses Vorgehen wird \u00fcblicherweise mit einem Marktversagen oder einem Grundversorgungsauftrag legitimiert. Was die Grundversorgung betrifft, so kann ein solcher auch von einem privaten Anbieter ausge\u00fcbt werden. Wie jedes Gut kann man auch Grundversorgung einkaufen, wenn der Souver\u00e4n ein entsprechendes Bed\u00fcrfnis \u00e4ussert und bereit ist, die Kosten zu tragen. Betreffend Marktversagen l\u00e4sst sich h\u00e4ufig genug konstatieren, dass ein solches Versagen Folge und nicht Ursache von staatlichen Aktivit\u00e4ten im wirtschaftlichen Bereich ist.<\/p>\n<p>Das Problem bei staatlichen Anbietern von Produkten und Dienstleistungen entsteht dadurch, dass solche Anbieter keinen harten Budget-Restriktionen ausgesetzt sind. Ein privater Anbieter will aus wohlverstandenem Eigeninteresse Erfolg haben. Zu diesem Zweck muss er sich um die Bed\u00fcrfnisse der Kunden k\u00fcmmern und sein Potential optimal aussch\u00f6pfen. Wer keinen Erfolg hat, den bestraft der Markt. Weil eine Firma in privaten H\u00e4nden harten Budgetrestriktionen unterworfen ist, d.h. \u00fcber ein beschr\u00e4nktes Kapital verf\u00fcgt, wird sie sich im Falle eines Misserfolgs nur f\u00fcr beschr\u00e4nkte Zeit am Markt halten k\u00f6nnen. Misserfolg bedeutet im schlimmsten Fall Konkurs, d.h. Verlust des eingesetzten Kapitals und der Arbeitspl\u00e4tze. Im Normalfall wird eine erfolglose Firma von der erfolgreicheren Konkurrenz \u00fcbernommen und das Management ausgewechselt. Ein erfolgreicher Anbieter dagegen kann seine Konkurrenz vom Markt dr\u00e4ngen, indem er z.B. die Firma \u00fcbernimmt, und vergr\u00f6ssert dadurch seinen Gestaltungsspielraum.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen Staat gelten andere Gesetze, wenn er \u00fcber eine seiner Institutionen als Anbieter auf einem Markt t\u00e4tig wird. Ist ein staatlicher Anbieter erfolglos, so wird das Management diesen Sachverhalt damit legitimieren, dass das staatliche Unternehmen politische oder politisch gesetzte Ziele zu verfolgen habe. Gleichzeitig werden die Gewerkschaften mit dem Verweis auf den Verlust der Arbeitspl\u00e4tze verhindern, dass das Unternehmen vom Staat liquidiert wird. Andere politische Akteure wiederum verhindern, dass der Staat seine Kontrollmehrheit \u00fcber das Unternehmen verliert. Dieses Umfeld f\u00fchrt dazu, dass ein staatliches Unternehmen keinen harten Budgetrestriktionen ausgesetzt ist. Im Notfall steht immer wieder ein staatlicher Kredit zur Verf\u00fcgung, welcher das Unternehmen vor dem Untergang rettet. Dies kann nun beispielsweise dazu missbraucht werden, dass ein staatliches Unternehmen die Preise \u00fcber l\u00e4ngere Zeit k\u00fcnstlich niedrig h\u00e4lt und mit einer solch ruin\u00f6sen Preispolitik die Konkurrenz aus dem Markt treibt. Hat das Unternehmen in der Folge einen Monopol erreicht, kann es sich auf Kosten der Konsumenten wieder sanieren. Von der Wettbewerbsbeh\u00f6rde hat das staatliche Unternehmen wenig zu bef\u00fcrchten, da der Staat als Eigent\u00fcmer des Unternehmens gleichzeitig der Wettbewerbsbeh\u00f6rde vorsteht.<\/p>\n<p>Weil die privaten Konkurrenten des staatlichen Unternehmens wissen, dass sie schlechte Karten gegen\u00fcber dem staatlichen Anbieter haben, werden sie beim Eindringen eines solchen Unternehmens ihre Investitionst\u00e4tigkeiten in diesem Markt reduzieren. Gleichzeitig werden potentielle private Eindringlinge in diesem Markt sich diesen Schritt zweimal \u00fcberlegen wenn sie wissen, dass sie gegen eine staatliche Konkurrenz k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Auf diese Weise hemmt nur schon die Existenz eines staatlichen Anbieters den Wettbewerb in diesem Bereich. Und weil der staatliche Anbieter keinen harten Budgetrestriktionen ausgesetzt ist, muss er sich weniger um seinen Erfolg und damit um die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten k\u00fcmmern. Diese Faktoren f\u00fchren dazu, dass der Wettbewerb gehemmt wird, wenn der Staat aktiv als Anbieter an M\u00e4rkten auftritt.<\/p>\n<p>Ein weiteres wettbewerbswidriges Element sind Subventionen. Der Sinn von Subventionen ist, in einem gewissen Marktsegment Anbietern zu einem Einkommen zu verhelfen, die in diesem Markt keine Chancen haben. Die Verteilung von Subventionen ist von politischen \u00dcberlegungen gesteuert. Der Effekt von Subventionen ist, dass die Anbieter unabh\u00e4ngig von den Bed\u00fcrfnissen der Konsumenten werden. Statt dessen werden sie abh\u00e4ngig von den Subventionsverteilungsmechanismen. Der Wettbewerb wird demnach verlagert. Statt dass sich ein Wettbewerb um die Gunst der Konsumenten abspielt, spielt er sich um die Gunst der W\u00e4chter \u00fcber die Subventionst\u00f6pfe ab. Doch weil eine staatliche Beh\u00f6rde immer weniger weiss \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der Gesellschaftsmitglieder, wird bei einem solchen Wettbewerb das potentiell in der Gesellschaft vorhandene Innovationspotential suboptimal genutzt.<\/p>\n<p>Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, die Anreize richtig zu setzen. Weil das Leben ohne Knappheit nicht m\u00f6glich ist, wird es immer eine Form von Auswahl geben. Und immer wo eine Selektion erfolgt, findet in irgend einer Form Wettbewerb statt. Auch in einer sozialistischen Einparteiherrschaft findet Wettbewerb statt, z.B. der Wettbewerb um Posten in der Parteihierarchie. Doch dieser Wettbewerb erzeugt keinen Wohlstand. Wo die Individuen ihren Erfindergeist im Schmieden von strategischen Machtspiele um Parteipositionen verschwenden, kann keine Innovation entstehen, die den gesellschaftlichen Wohlstand steigert.<\/p>\n<p>Damit eine Gesellschaft ihren Wohlstand nachhaltig mehren kann, muss sie den Erfindungsreichtum der Gesellschaftsmitglieder als Hebelarm benutzen. Es gilt, die Bed\u00fcrfnisse der Konsumenten auf optimale Weise mit der Innovationsf\u00e4higkeit der Anbieter zu koppeln. Der Wettbewerb im wirtschaftlichen Bereich schafft diese Koppelung, weil die Individuen mit ihrem Kaufentscheid die innovativen Anbieter belohnen. In einem solchen System sind die Anreize innovatives Verhalten richtig gesetzt.<\/p>\n<p>Der marktwirtschaftliche Wettbewerb ist ein Auswahlverfahren, welches durch unz\u00e4hlige Entscheidungen von unabh\u00e4ngigen Individuen bewirkt wird. Jedes Auswahlverfahren ist letztlich ein Gestaltungsprozess. Langfristig wird diejenige Gesellschaft am meisten Wohlstand schaffen k\u00f6nnen, der es gelingt, die Mitglieder der Gesellschaft am effektivsten mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen in diesen Gestaltungsprozess einzubinden. Im politischen Bereich ist die Demokratie die geeignete Methode, dies zu erreichen. Im wirtschaftlichen Bereich kann dies am besten durch den marktwirtschaftlichen Wettbewerb erzielt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frage, ob die Wirtschaft durch staatliche Interventionen oder vom Wettbewerbs-Prinzip geleitet werden soll, ist nur vordergr\u00fcndig eine ideologische Frage. Letztendlich geht es um den Wohlstand der Gesellschaft, wie eine Analyse des Zusammenhangs von Wettbewerb und Innovationsf\u00e4higkeit zeigt. 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