{"id":307,"date":"2016-05-25T00:26:00","date_gmt":"2016-05-24T22:26:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=307"},"modified":"2016-05-25T00:29:37","modified_gmt":"2016-05-24T22:29:37","slug":"das-bge-ist-eine-lizenz-zum-schmarotzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=307","title":{"rendered":"Das BGE ist eine Lizenz zum Schmarotzen"},"content":{"rendered":"<p><em>F\u00fcr die Initianten ist die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens (Fr. 2500.- pro Person jeden Monat) kein Problem.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Auf ihrer <a href=\"http:\/\/www.grundeinkommen.ch\/ist-ein-grundeinkommen-finanzierbar\/\" target=\"_blank\">Webseite<\/a> rechnen sie vor, dass ein solches Einkommen schon finanziert sei. Die ersten 2500 Franken des heutigen, bedingten Einkommens werden einfach in bedingungsloses Einkommen umgewandelt und schon ist alles in Ordnung. Konkret bedeutet dies, dass jede erwachsene Person 2500 Franken bekommt, unabh\u00e4ngig davon, ob sie nichts, wenig oder viel arbeitet und unabh\u00e4ngig davon, wie anstrengend und wertvoll diese Arbeit ist. Erst wer mehr als 2500 Franken durch die Erwerbsarbeit verdient, hat mehr im Sack als jene Person, die faul auf Sofa liegt.<\/p>\n<p>Trotzdem behaupten die Initianten, ihre Umfragen h\u00e4tten ergeben, dass nur eine verschwindende Minderheit von 2% bei einer Einf\u00fchrung eines BGEs ihre Erwerbsarbeit aufgeben w\u00fcrde. Die Initianten scheinen sich bei ihren Umfragen vorwiegend an entweder irrational denkende oder dumme Personen gewendet zu haben. Kein vern\u00fcnftiger Mensch wird ernsthaft bestreiten k\u00f6nnen, bei der Einf\u00fchrung eines BGEs seinen Arbeitseinsatz nicht \u00fcberdenken zu wollen. Ein realistisches Rechenbeispiel soll diese Behauptung erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss <a href=\"http:\/\/www.bfs.admin.ch\/bfs\/portal\/de\/index\/themen\/03\/04\/blank\/key\/erwerbseinkommen.html\" target=\"_blank\">Bundesamt f\u00fcr Statistik<\/a> verdient eine Teilzeit arbeitende Person im Dienstleistungsbereich oder Verkauf durchschnittlich etwa 2000 Franken im Monat (Stand 2014). Nach der Einf\u00fchrung des BGEs w\u00fcrde sie 500 Franken mehr verdienen. Welchen Anreiz hat eine solche Person, am Morgen \u00fcberhaupt noch aufzustehen und ihren Fuss vor die T\u00fcr zu setzen, geschweige denn, am Arbeitsplatz aufzutauchen? Am Arbeitsplatz k\u00f6nne sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen treffen und den sozialen Austausch pflegen, werden die BGE-Vertreter ausf\u00fchren. Das kann diese Person auch so, und hat erst noch die volle Autonomie zu w\u00e4hlen, wann und wo sie sich mit anderen den Tag durch verabreden will.<\/p>\n<p>Die Initianten des BGEs sind volkswirtschaftliche Banausen. Anders l\u00e4sst sich nicht erkl\u00e4ren, mit welcher Ignoranz sie die Tatsache \u00fcbergehen, dass eine fundamentale Ver\u00e4nderung der wirtschaftlichen Randbedingungen, wie sie die Einf\u00fchrung eines BGEs darstellt, die Erarbeitung des Sozialprodukts ernsthaft gef\u00e4hrdet. Das BGE ist eine Lizenz zum Schmarotzen und ein Teil der Gesellschaft wird diese Einladung annehmen.<\/p>\n<p>In einer komplexen Gesellschaft ist es schwierig oder unm\u00f6glich, den Beitrag einer einzelnen Person zum gesellschaftlichen Wohlstand zu bestimmen. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung pro-sozial handeln und ihren Beitrag liefern will, so ist keineswegs sicher, dass dies auch allen Willigen gelingt. Welche T\u00e4tigkeiten sind sinnvoll, welche mehren den Wohlstand? In einer freien Gesellschaft ist der Markt ein wichtiges Steuerungs- und Entscheidungsinstrument. Nicht alles, was irgendeine Person erzeugt, ist wertvoll. Erst, wenn es auf die Wertsch\u00e4tzung einer anderen Person trifft, ist es im gesellschaftlichen Sinn wertvoll. Dabei ist es nicht notwendig, dass die Wertsch\u00e4tzung monet\u00e4r ausgedr\u00fcckt wird. Auch Freiwilligenarbeit kann wertvoll sein. Allerdings hat bezahlte Arbeit eine klare Preisetikette, was die Wertsch\u00e4tzung angeht. All diese Preisetiketten aufsummiert ergeben das Bruttosozialprodukt. Dieses Sozialprodukt ist ein Massstab f\u00fcr den gesellschaftlichen Wohlstand. Es bildet den Kuchen, der verteilt werden kann.<\/p>\n<p>Bei der Einf\u00fchrung eines BGEs muss jede Person, die neu in den Arbeitsmarkt tritt, erst die 2500-Franken-H\u00fcrde knacken, bevor sie sicher sein kann, effektiv einen Wert erzeugt zu haben. Unter dieser Grenze ist ihre Arbeit gleichbedeutend und gleichwertig mit der T\u00e4tigkeit eines Gammlers und Dr\u00fcckebergers.<\/p>\n<p>Das BGE ist eine Lizenz zum Schmarotzen. Es signalisiert allen Mitgliedern, dass es in Ordnung ist, auf der faulen Haut zu liegen. Irgendwo ist die Gesellschaft, die aus irgendwelchen Quellen Wert produziert, an welchen sich das Individuum bedienen kann, ungeniert, bedingungslos.<\/p>\n<p>Ich bin der \u00dcberzeugung, dass ein solches Konzept nicht aufgeht. Auch wenn wir in einer modernen, komplexen Gesellschaft leben, sind wir auf die Beitr\u00e4ge jedes Einzelnen angewiesen, wenn wir auch in Zukunft den gesellschaftlichen Wohlstand geniessen wollen. Der Einzelne ist in der Gesellschaft eingebettet. Er nimmt und gibt. Dieses Geben und Nehmen bildet den Grundstein des Gesellschaftsvertrags. Das BGE dagegen zerst\u00f6rt ihn.<\/p>\n<p><em>(siehe auch meinen Artikel <a class=\"link\" title=\"Tr\u00e4umereien rund ums Grundeinkommen\" href=\"http:\/\/www.schweizermonat.ch\/artikel\/traeumereien-rund-ums-grundeinkommen\" target=\"_blank\">Tr\u00e4umereien rund ums Grundeinkommen<\/a> im Schweizer Monat, Okt. 2013)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die Initianten ist die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens (Fr. 2500.- pro Person jeden Monat) kein Problem.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13,11],"tags":[],"class_list":["post-307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-mythen","category-politik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=307"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":310,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/307\/revisions\/310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}