{"id":518,"date":"2026-07-19T19:21:07","date_gmt":"2026-07-19T19:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=518"},"modified":"2026-07-19T19:21:07","modified_gmt":"2026-07-19T19:21:07","slug":"deepfakes-ceci-nest-pas-une-pipe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aktion-hip.ch\/blog\/?p=518","title":{"rendered":"Deepfakes &#8211; Ceci n\u2019est pas une pipe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deepfakes sind allt\u00e4glich geworden. In einem <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/gesellschaft\/koennen-behoerden-einmal-verbreitete-deepfakes-nachhaltig-loeschen-chancenlos-sagt-eine-datenschutzexpertin-ld.10014534\">NZZ-Interview bezeichnet die Juristin Jutta Oberlin Deepfakes<\/a> als digitale Gewalt. Mir ist allerdings nicht klar, was damit gemeint ist.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Bild, welches digital verf\u00fcgbar ist, kann heute beliebig gef\u00e4lscht werden. Das kann dann problematisch erscheinen, wenn sie Personen in besch\u00e4menden Situationen zeigen, beispielsweise Frauen oder M\u00e4dchen in pornografischen Darstellungen. Bekannt geworden ist dieses Jahr der Fall von <a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/leben\/people\/908019437-der-fall-von-collien-fernandes-in-5-punkten\">Collien Fernandes<\/a>. Gem\u00e4ss ihrer Darstellung werden Deepfakes gezielt eingesetzt, um Menschen zu sexualisieren, zu diskreditieren oder zu manipulieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Oft wird in solchen F\u00e4llen der Vergleich mit Gis\u00e8le Pelicot gezogen. Bekanntlich wurde Gis\u00e8le Pelicot \u00fcber Jahre von ihrem Mann bet\u00e4ubt und danach von ihm und anderen M\u00e4nnern vergewaltigt und dabei auch gefilmt. Den Prozess gegen die gewaltt\u00e4tigen M\u00e4nner begr\u00fcndete Gis\u00e8le Pelicot mit dem ber\u00fchmt gewordenen Satz &#8220;Die Scham muss die Seite wechseln&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich finde es grotesk, wenn sich Frauen, von welchen mit KI erstellte Nacktbilder ver\u00f6ffentlich worden sind, mit Gis\u00e8le Pelicot vergleichen. In meinen Augen ist es ein grosser Unterschied, ob ich von einer Person misshandelt werde oder ob diese Misshandlung einem Bild von mir geschieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt zwei Punkte, welche im Zusammenhang mit Deepfakes relevant sind. Der erste Punkt hat der Maler Ren\u00e9 Magritte in seinem Bild \u00abLa Trahison des images\u00bb vor rund 100 Jahren auf den Punkt gebracht. Die Pfeife und das Bild der Pfeife sind nicht dasselbe: \u00ab<a href=\"https:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/La_Trahison_des_images\">Ceci n\u2019est pas une pipe<\/a>\u00bb. Wer meint, die Misshandlung eines Bildes einer Person habe irgendwelche Wirkung auf die abgebildete Person, glaubt an Voodoo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zweiten Punkt geht es darum, eine Person in einer besch\u00e4menden Situation darzustellen und dieses Bild zu ver\u00f6ffentlichen. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, wie das zu einem Problem werden kann. Wir wissen alle, dass heute Bilder beliebig gef\u00e4lscht sein k\u00f6nnen. Der Wahrheitsgehalt von Bildern ist verschwunden. Folgerichtig hat ein Bild von einer Person oder einer Situation keinerlei Beweiskraft mehr. Somit stellt sich die Frage: wie soll ein Bild einer Person, welches wahrscheinlich gef\u00e4lscht ist, diese Person besch\u00e4men k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Interview mit Jutta Oberlin wird behauptet, dass digitale Gewalt in besonderem Masse Frauen betreffe, die im Rampenlicht stehen. Jutta Oberlin weist in der Folge darauf hin, dass es auch von Donald Trump Deepfake-Videos g\u00e4be, was diesem wahrscheinlich egal ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau darum geht es: der beste Schutz vor Deepfake-Videos ist, dass es den betroffenen Personen egal ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deepfakes sind allt\u00e4glich geworden. In einem NZZ-Interview bezeichnet die Juristin Jutta Oberlin Deepfakes als digitale Gewalt. 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