Versetzen Sie sich versuchsweise in die Situation eines Mannes, der gewohnheitsmässig seine Frau schlägt. Weil sie ihn geärgert hat, weil er schlechter Stimmung ist, aus welchem Grund auch immer. Stellen sie sich nun vor, sie bekämen ein Plakat «Gewalt macht dich nicht zum Mann» zu Gesicht: würden sie ihr gewalttätiges Verhalten ändern? Wohl kaum.

Die Kampagne der Stadt Zürich zur Gewaltprävention wird keinerlei Verbesserung der Situation zur Folge haben.
Nutzlos ist sie allerdings nicht. Die Kampagne nützt in zweierlei Hinsicht:
- Die Stadt kann zeigen, dass sie etwas macht. Auch wenn es nichts nützt, so besteht doch eine Wahrscheinlichkeit, dass die Wählerschaft davon beeindruckt wird.
- Die Werbewirtschaft in der Stadt gehört meistens zur linken Wählerschaft. Diese Wählerschaft muss genährt werden. Mit häufigen Kampagnen, unabhängig davon, ob sie ihr Ziel erreichen, bindet die Stadt ihre Klientel an sich.