Im März 2025 befasste sich moneta, die Zeitschrift der Alternativen Bank Schweiz (ABS), mit dem Thema «Geld und Gesundheit». In einem der Artikel schrieb der Autor: «Die Schweiz hat ein gutes Gesundheitssystem, doch nicht alle profitieren gleichermassen. Menschen mit geringen Einkommen verzichten oft aus Kostengründen auf notwendige Behandlungen».
Das ist eine einfache Aussage. Gleichzeitig ist es eine vollkommen falsche Behauptung. Allerdings eine, die in linken Kreisen gepflegt wird, obwohl das Gegenteil schon lange und mit guten Zahlen bewiesen ist.
Diese Woche hat der Helsana-Report den Befund bestätigt: Personen mit tieferen Einkommen beziehen nicht weniger, sondern mehr Gesundheitsleistungen!
Die stetig wachsenden Gesundheitskosten sind eine Sorge, welche die Schweizer Bevölkerung stark beschäftigt. Im Sorgenbarometer der UBS rangieren sie regelmässig auf den vordersten Plätzen. Es erstaunt deshalb nicht, dass dieses Thema auch in der Politik auftaucht und die Parteien versuchen, sich mit ihren Lösungsvorschlägen zu profilieren.
Die linken Parteien finden den Sündenbock für die steigenden Preise bei den Pharmamultis. Mit ihrem Profitstreben treiben diese die Medikamentenpreise hoch, was in der Folge die Gesundheitskosten hochtreibt. Als Gegenmittel fordert die SP Schweiz unter dem Titel einer sozialverträglichen Finanzierung eine Einheitskasse (d.h. keinen Wettbewerb unter Krankenkassen) sowie einkommensabhängige Prämien. Die Gesundheitskosten sollen also entkoppelt werden. Nicht diejenige, welche Gesundheitskosten verursachen, sollen bezahlen, sondern diejenige, welche viel verdienen.
Unter diesen Prämissen kommen die Resultate des Helsana-Reports extrem ungünstig. Sie weisen darauf hin, dass die Pharmamultis kaum die entscheidenden Preistreiber sind. Vielmehr sind es die einkommensschwachen Personen. Diese konsumieren laufend mehr Gesundheitsleistungen, statt dass sie die vorhandenen Vorsorgeangebote nutzen, um eine bessere Gesundheit zu haben.
Die einkommensschwachen Personen, das sind genau die Bevölkerungskreise, die mit den Prämienverbilligungen schon jetzt geschützt werden. Entgegen dem linken Narrativ, dass die hohen Gesundheitskosten die Armen davon abhalten, Gesundheitsleistungen zu beanspruchen, was dazu führt, dass die Armen kränker sind, ist es umgekehrt: Durch die Prämienverbilligungen können sich die Armen eine tiefere Franchise leisten und sich damit einen höheren Konsum von Gesundheitsleistungen finanzieren.
Allerdings wird diese Erkenntnis kaum in den linken Kreisen ankommen. Die linken Narrative befeuern die linken Feindbilder. Und die linken Feindbilder stützen die linken Forderungen. Da braucht es keine störenden Fakten.