Leserbrief zum Artikel «Klimafonds statt neue AKW» von Nicole Soland (p.s. 06 vom 13.2.2026)
Wenn in linke Publikationen über klimafreundliche Energiepolitik geschrieben wird, dann geht es um AKWs (schlecht) und um Solarenergie (gut). So auch im Artikel «Klimafonds statt neue AKW». Die Erneuerbaren würden schlecht geredet, findet die Autorin im Artikel. Das Problem ist allerdings, dass die Diskussion der Linken über die Erneuerbaren daran krankt, dass sie unehrlich ist. Weil das nicht unbemerkt bleibt, wirken die linken Argumente unglaubwürdig.
Tatsache ist beispielsweise, dass die Erneuerbaren Flatterstrom erzeugen, was zu massiven Netzproblemen führt. Um die Netzspannung stabil zu halten, müssen teure Reservekapazitäten bereitgehalten werden. Unehrlich ist, dass diese Stabilisierungskosten konstant ignoriert werden. Stattdessen wird vom angeblich billigen Strom der Erneuerbaren phantasiert. Der Sachverhalt, dass der Flatterstrom durch die Erneuerbaren ein Problem ist, wird nur indirekt angesprochen, nämlich dann, wenn ein Durchbruch bei den Batterien angekündigt wird. Warum brauchen Wasserkraft, Gasturbinen und AKWs keine Batterien? Weil die Stromproduktion aus diesen Quellen berechenbar und eben nicht flatterhaft ist.
Ein anderes Problem bei Photovoltaikanlagen ist der Einsatz von Kupfer. Sowohl in den Solarzellen wie auch für deren Installation wird viel Kupfer verbraucht. Kupfer ist ein schönes, geschmeidiges Metall. Deutlich weniger schön ist der Abbau von Kupfer. Nachdem das kupferhaltige Gestein in riesigen Minen mechanisch abgebaut worden ist, muss das Metall mit giftigen Chemikalien aus dem Gestein gelöst werden. Warum kommt dieses Problem nicht zur Sprache? Weil der Abbau von Kupfer in armen Ländern erfolgt, unbemerkt von den Medien und unserer Aufmerksamkeit. Das ist die neue Form der Ausbeutung: in den reichen Ländern geniessen wir saubere Energie und fördern den Solarboom und verursachen damit grossflächig vergiftetes Gelände in den armen Ländern! Auch dieser Sachverhalt muss ehrlicherweise erwähnt werden, wenn Photovoltaik als Energielösung der Zukunft in den Himmel gelobt wird.
Dieser Leserbrief ist am 20. Feb. 2026 im p.s. veröffentlicht worden.